Sattel Know-how, gut zu wissen

Sattel mit flexiblen Trachten

Sattel mit flexiblem Baum

 
Weitere Infos zu den Sätteln, direkt bei Urs Heer
 
Reitet man täglich verschiedenste Pferde, stellt sich immer wieder die Frage nach dem besten Sattel. Ich bin deshalb schon früh auf das damalige Ortho-Flex Sattelsystem gestossen. Len Brown, der Gründer von Ortho-Flex war Flugzeugbauingenieur und hatte ursprünglich wenig mit Pferden und Reiten zu tun. Gleichwohl erlebte er auf einem 3-monatigen Trekk, zusammen mit seiner Frau, in den frühen Achtzigern, was passiert, wenn «tote Teile» auf einem lebenden Körper über Stunden aufeinander reiben. All die traditionellen Ratschläge und der Masssattel auf seinem Pferd, halfen nicht gegen den allgegenwärtigen Satteldruck. Er begann sich schlau zu machen und kam auf vier grundlegende Erkenntnisse.


  1. Die bekanntesten Reitervölker hatten keine Sättel, jedoch eine Art Trachte, wahrscheinlich aus Pferdehaar oder Ähnlichem. Länglich und beidseitig in massive Decken eingenäht.
  2. Die Kavallerie von Napoleon und die der deutschen Streitmächte im ersten und zweiten Weltkrieg hatten in der Regel über 30% Pferdeausfall. Nicht wegen Kriegsverletzungen sondern wegen Satteldruck.
  3. Viele Ordonanz-, sprich Militärsättel hatten bereits ein Trachtensystem. Eines der Ausgeklügeltsten, war ein österreichischer Dragonersattel, der bereits mit einer Art flexible Trachten ausgestattet war.
  4. Können Masssättel passen wenn Pferde im Stehen vermessen werden?

Jedoch, was passiert in der Bewegung?
Sogar die ursprünglichen Schweizer Pack- oder Bastsättel der Armee konnte man bereits eindimensional dem Pferdekörper und Maultieren anpassen. Bei Pferden ,die täglich nur noch wenige Stunden geritten werden, können allfällige Druck,- oder Scheuerstellen so gut rehabilitieren, dass man eine schlechte Passform gar nicht unbedingt bemerkt oder ignorieren kann.

Leider, und vor allem bei jungen Pferden, kann ein unbequemer Sattel sehr unangenehme Verhaltensmuster auslösen: Zähneknirschen, Ohren anlegen, Schweif schlagen, nicht mehr still stehen, bis hin zum Beissen. Die für den Laien weniger erkennbaren Anzeichen sind: Kurz im Schritt gehen oder ein unregelmässiger Takt, vor allem im Trab, bis hin zum Verwerfen des Kopfes oder anderen Körperteilen.
Bei diesem sehr komplexen Thema kann eigentlich nur das Pferd kompetent Auskunft geben. Dennoch habe ich ein paar Faustregeln, die sich recht positiv ausgewirkt haben.
  • Genügend Schulterfreiheit für das Pferd. Das Schulterblatt muss unter dem Sattel rotieren können. Leider bei vielen herkömmlichen Sätteln nicht möglich.
  • Eher grössere Kammerweiten wählen, sofern die Widerristfreiheit noch gewährleistet ist und der Sattel in der Längsachse waagrecht ausbalanciert ist oder mit wenig Aufwand balanciert werden kann.
  • Zu dicke Pads oder viele Shims beheben das Problem der fehlenden Passform nur bedingt.
  • Das seitliche Abkippen eines Sattels, vor allem beim Voltenreiten kann am effizientesten über Horsemanship gelöst werden. So kann der natürlichen Schiefe des Pferdes entgegengewirkt werden.
  • Die Sitzfläche lieber gross als zu klein wählen, damit das Becken des Reiters abgesenkt werden kann.  
 
In der HETS-Schule reiten vor allem mit zwei Produkten, mit flexilblem Baum und flexiblem Trachtensystem.


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