Unser Leitbild

4 Ziele & 7 Credos - Die Philosophie der HETS Schule zur Erhaltung der Kultur von Horsemanship

Die 4 Ziele der HETS Schule, welche bereits bei der Gründung 2008 definiert wurden, sind:

  • 1. Konventionelles Reiten profitiert von Natural HMS und umgekehrt.
  • 2. Horsemen und Horseladys zu entwickeln.
  • 3. Pferde haben Besitzer mit minimalem Verständnis von NHMS an ihrer Seite.
  • 4. Menschen auszubilden, bevor sie sich ein Pferd kaufen.

Ende 2017 kamen die 7 Credos dazu, welche den Leitfaden oder den Weg, welchen die HETS Schule in Zukunft gehen möchte, noch besser illustriert. Es ist eine Art Checkliste, mit der wir uns selber, jedoch auch unsere Schüler "accountable" also "a jour" behalten möchten, um die Kultur von "gutem" HMS zu erhalten.

 

Viele Checklisten bei HETS beginnen mit Punkt Null, welcher den Standard für die Voraussetzungen der nächsten Punkte umschreibt.

Wieso Checklisten? Sie ermöglichen Personen, welche nicht mit einem natürlichen Talent geboren wurden, trotzdem erfolgreich und freudig unterwegs sein zu können.

  • 0. Vorbild sein: mental, emotional und physisch
  • 1. Sozialer Status
  • 2. Exhuberance und Spirit
  • 3. Gut schmeckender Kuchen
  • 4. Zweck orientiert
  • 5. Freude und Spass
  • 6. Simplicity
  • 7. Bewirken

 

Hier die Erklärungen im Detail:

 

Ziele:

 

1. Konventionelles Reiten profitiert von Natural HMS und umgekehrt.

Es gibt nicht richtig oder falsch, respektive besser oder schlechter, man kann alles mit mehr oder weniger Savvy "anstellen". Und vor allem über den eigenen Tellerrand schauen und von einander profitieren. Dafür ppn zu sein hilft demzufolge sehr: Positiv, Progressiv und Natürlich... an dem erkennt man den Horseman.

 

2. Horsemen und Horseladys (Pferde-Menschen) zu entwickeln.

Während für viele Menschen das Reiten das Wichtigste im Umgang mit Pferden ist, verbessert sich ein Horseman in den vier Geschicklichkeiten: - Zwei am Boden: Am Seil und in Freiheit (On Line und Liberty) - und zwei auf dem Pferd: Freistil-Reiten und Reiten mit Finess. Grundvoraussetzungen dafür sind: Die Psychologie dieser Fluchttiere zu verstehen und Pferde lesen zu können.

 

3. Pferde haben Besitzer mit dem minimalen Verständnis von Natural Horsemanship / NHMS an ihrer Seite. NHMS wäre nichts Anderes als gesunder Menschenverstand gepaart mit Knowhow, wie man Pferde über Bewegungsabläufe beeinflussen kann. Hier erhalten Pferdebesitzer das Knowhow, wie sie in kurzer Zeit bewirken können, dass ein Fluchttier zum Partner wird. Einerseits über die 7 Spiele am Boden und andererseits durch die Umsetzung danach im Sattel mit den natürlichen Reitdynamiken.

 

4. Menschen auszubilden, bevor sie sich ein Pferd kaufen. Pferdehändler lügen selten, jedoch sagen viele nicht immer alles! Es gibt unzählige Beispiele, wie naive oder von Emotionen gesteuerte Menschen "aufs falsche Pferd setzen", oder es wird ihnen das nicht zu ihnen passende Pferd aufgeschwatzt.

Nur schon die erste Stufe im NHMS Programm lehrt Menschen genügend Pferde- Savvy zu erlangen, um selber zu wissen, wann der Zeitpunkt für das eigene Pferd gekommen ist und welcher Typ Pferd es sein sollte – sofern der Mensch mit sich selber ehrlich ist.

 

 

Credos:

 

Voraussetzungen oder Punkt Null:

Mental, emotional und physisch ein Vorbild sein und trotzdem menschlich bleiben.

Ich möchte mich selber und alle Studenten, welche durch die HETS Schule "laufen", motivieren, diesbezüglich ein Vorbild zu werden.

Es geht nicht darum ein Spitzensportler oder ein absoluter "Gesundheits-Freak", was die Ernährung anbelangt, zu sein. Es geht auch nicht darum, immer gut gelaunt oder ein chronisch positiver Denker zu sein. Es geht darum, insgesamt ein spannender Mensch für sein Gegenüber und eben auch für Pferde zu werden, nach dem Motto: Kannst du bestimmt sein ohne zornig zu werden und kannst du freundlich sein ohne zu verhätscheln.

 

1. Bewirke, dass der soziale Status zu deinem Gegenüber intakt ist

Ob dies gegenüber einem oder mehreren Pferden oder gegenüber einer Person oder einer Gruppe ist, spielt keine Rolle. So wie das auch zwischen Eltern und Kindern, Vorgesetzten und Mitarbeitern, Lehrern und Schülern sein sollte. Ohne ein intaktes soziales Gefüge kann kein positives Umfeld stattfinden. Respekt und Vertrauen sind auch hier die Schlüsselwörter dazu.

In der HETS Schule möchte ich das so vermitteln, wie die Natur dies unter Pferden auch installiert hat. Es sollte keine Angst im Respekt sein und keine Grauzonen in Strukturen und Systemen. Im Konzept von Natural Horsemanship lernen wir dies dank den Pferdepersönlichkeiten, den sieben Spielen, dem Rezept von HMS und vielem mehr, wie dies relativ einfach, effizient und effektiv bewirkt werden kann. Das Spannende ist nun, wie der Mensch beginnt zu realisieren, wie man diese Führungsqualitäten auch in seinem menschlichen Umfeld automatisch einsetzen kann.

 

2. Erhalten von "Exhuberance" und Spirit

Gemeint ist: Kein drill-mässiges Mikro-Management und keine unnatürlichen Hilfsmittel. Dies ist meines Erachtens das Herausforderndste im ganzen Prozess beim Lehren von Menschen, respektive beim Trainieren von Pferden.

Mit Exhuberance ist die überschwängliche Freude oder der Spieltrieb gemeint. Spirit steht für Temperament. Diese zwei Dinge werden zerstört durch zu viel Training, durch sinnlose Wiederholungen, weil der Mensch oft sein Ego nicht unter Kontrolle hat oder nicht weiss, wann es genug wäre. "Und noch ein wenig mehr, hat schon viel Gutes schlecht enden lassen" – heisst es doch so schön in einem Kalenderspruch.

Pferde kriegen matte Augen und einen leeren Blick, Kindern vergeht die Lust am Lernen oder an den Tätigkeiten, von denen sie ursprünglich so begeistert waren, und Erwachsene leiden, weil das Umfeld nicht mehr stimmt. Pferde sind Herdentiere, doch der Mensch steckt sie oft 3-jährig in eine Einzelbox, weil jetzt der "Ernst" des Lebens beginnt. Immer noch zu viele Pferde kennen die 1:23-Regel und wissen, was "Einzelhaft" ist.

 

3. Lerne einen gut schmeckenden Kuchen zu backen

Wer kennt das nicht: Man kriegt ein Stück Kuchen und es sieht hervorragend aus. Man freut sich auf etwas Angenehmes, aber der erste Bissen ist enttäuschend. Die Kerzen muss man ja nicht essen und die Glasur kann man abkratzen. Wenn aber der Boden auch nicht gut schmeckt, dann ist das wie bei Pferden, die zwar gut aussehen, aber respektlos sind und kein gutes Weichen haben oder verängstig sind und immer noch vor vielem scheuen. Der Grund dafür ist, dass man keine angenehme und gute Basis, sprich einen guten Kuchenboden, hergestellt hat. Mit vielen Pferde probiert man sich in der Glasur, sprich im Sport zu bewegen, obwohl viele dieser Pferde noch keinen gut schmeckenden Kuchenboden aufweisen.

 

4. Zweck orientiert

Sei interessant und spannend für dein Gegenüber. Wer hat sich nicht schon gelangweilt, weil sein Gegenüber zwar viel erzählt, dies aber nicht wirklich spannend ist oder es einen eigentlich gar nicht so interessiert.

So muss es Pferden gehen, mit welchen zwar viel gemacht wird – es ist jedoch immer auf demselben Platz, in derselben Halle, diese unendlichen Kreise oder dieses monotone Abspulen der sieben Spiele.

Im Gelände sein oder auf Plätzen oder in Hallen, sollte ein Mix mit gesundem Menschenverstand sein nach dem Motto: Wie hätte ich es gerne, wenn ich Pferd wäre?!

 

5. Freude und Spass

Ich nenne es das "Angela Merkel Gesicht", das viele Pferde ertragen müssen. Die hängenden Mundwinkel in einem relativ faden und lustlosen, oft leicht frustrierten Gesicht. Wenn ich durch konventionelle, vor allem Dressurställe gehe, beobachte ich wunderschöne und stolze Pferde, aber leider oft mit Besitzern an ihrer Seite, die zwar wie aus dem "Trücklein", also elegant angezogen daherkommen, jedoch mit einer unzufriedenen Körperhaltung. Pferde sind Meister im Silhouetten lesen. Sie spüren, wie ich drauf bin, schon lange bevor ich auf ihnen sitze.

Ich halte unsere HETS Schüler dazu an, einerseits auf sich stolz zu sein, dass sie sich das Hobby Pferd leisten können und andererseits etwas "demütig" daran zu denken, welches geniale Lebewesen das Pferd an unserer Seite ist. Und schlussendlich entscheide ich, welche Geisteshaltung mir besser tut! Also lohnt es sich daran zu arbeiten um als Horseman ppn zu sein: Positiv, Progressiv und Natürlich.

 

6. Simplicity

Nur was einfach ist, kann natürlich sein und umgekehrt! Pferde wie auch Menschen lernen schneller, wenn sie es erahnen können, weil man ihnen einen Job oder eine spannende Aufgabe stellt: Task orientiert, statt zu früh zu viele Details. Dazu kommt, dass das gesamte Leben viel einfacher sein könnte, als wir es uns oft selber machen, ganz nach dem Motto: Wenn du das Problem nicht lösen kannst, löse dich vom Problem.

 

7. Helfe zu bewirken

Jeder kann mithelfen zu bewirken, im Kleinen wie auch für Grosses. Ich möchte die Leute, welche sich entscheiden bei uns in der HETS Schule zu lernen, motivieren, dass grosse Ideen im Kleinen beginnen und dass sie beginnen mehr in ihre Intuitionen zu vertrauen. Wünsche werden wahr, wenn man sie visualisiert.

 

Der Umgang mit Pferden und allem was dazu gehört ist zwar ein aufwendiges Hobby, jedoch für uns Menschen eine Quelle von guten Energien, welche wiederum Spielraum für gute Ideen und Vorbildfunktionen sein können. Und somit schliesst sich der Kreis dieser sieben Credos, welche mit dem Punkt Null begonnen haben.

 

 

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast dies zu lesen. Ich freue mich, wenn wir auch dich in der HETS Schule begrüssen dürfen. Oder falls du schon bei uns im Level Programm bist, danke für deine Treue oder dass du wiederum Menschen motivierst dieselbe wunderbare Reise zu machen, welche eben Horsemanship heisst.

 

Beste Grüsse Urs Heer